Die koreanischen Motels bieten Freiräume für Liebende und für das Zusammensein mit Freunden und sind eine selbstverständliche Institution im Leben vieler junger Koreaner. Andere private Räume sind rar – Wohnraum ist knapp und viele Koreaner wohnen lange bei ihren Eltern. Zärtlichkeiten in der Öffentlichkeit sind wenig üblich.
Voraussetzung für die lustvolle Freiheit dieser Räume ist Anonymität. Sichtschutz an Zufahrten und in den Rezeptionen der Motels ermöglicht es, unerkannt zu kommen und zu gehen. Ihren Daseinszweck verkünden die Motels dagegen unübersehbar im Stadtraum: mit turmartigen, weithin sichbaren Bauteilen wetteifern die Motels um die Aufmerksamkeit der Gäste. Die Fassaden zitieren klassische europäische Architekturelemente die mit Romantik assoziiert werden oder kombinieren abstrakte Gestaltungen mit Symbolen aus der Popkultur. Nachts überziehen animierte Leuchtelemente die Fassaden mit sich ständig verändernden Lichtstrukturen und prägen damit bisweilen ganze Bereiche einer Stadt.

Fotoserie im Motelviertel nahe des zentralen Busbahnhofs in der Welterbestadt Gyeongju.

Aufnahmezeitraum

2018

Freie Arbeiten - Motel Liebe, Gyeongju (Südkorea) + Info
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